Zentrum für Hausmädchen

Casa de Panchita – Lima [Peru]


In der Casa de Panchita lernen die jungen Frauen wieder lächeln.

Rund 300’000 junge Frauen arbeiten in Peru als Hausangestellte. Die grosse Armut auf dem Land und in den städtischen Randgebieten zieht die jungen Frauen in die Grossstädte, um dort Arbeit als Hausmädchen zu finden. Doch die Arbeitsbedingungen sind hart: Die Mädchen müssen schwer schuften, werden von ihren Arbeitgebern ausgebeutet, sexuell belästigt oder gar missbraucht und sind der Willkür ihrer Arbeitgeber ausgeliefert.

Auf der Suche nach Arbeit gehen viele junge Frauen in die Grossstädte, um als Hausmädchen zu arbeiten. Sie leben zumeist bei den Familien der Arbeitgeber. Fern von ihren Familien setzen den jungen Frauen Isolation, Heimweh, schlechte Behandlung und harte Arbeitsbedingungen zu. Sie sind Ausbeutung und Missbrauch schutzlos ausgesetzt. Oft arbeiten sie 16 Stunden und mehr am Tag und werden von ihren Arbeitgebern um ihren Lohn betrogen.

Ehrenamtliche MitarbeiterInnen engagieren sich im Monat häufig mit zusammen über 1000 Stunden in der Casa de Panchita.

Das 1998 gegründete Zentrum für Hausmädchen Casa de Panchita bietet den jungen Frauen einen Zufluchtsort, wo sie Solidarität und Hilfe erfahren. Die Mädchen werden darin unterstützt, sich in Kursen wie Haushaltsführung, Kinderbetreuung, Englisch oder Computeranwendung weiterzubilden, um bessere Arbeitsstellen zu finden. Zudem klären Juristen die Mädchen über ihre Rechte auf – wie regelmässigen Lohn, Sozialabgaben, Arbeitszeiten und Ferienansprüche. Darüber hinaus treffen sich die Mädchen in der Casa de Panchita zum Austausch von Erfahrungen, zum Tanzen oder zum Mittagessen und können dadurch ihrem tristen Arbeitsalltag entfliehen. Die Casa de Panchita gibt den jungen Frauen Hoffnung auf bessere Arbeits- und Lebensbedingungen.

Lima, Peru

Armut und Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit ist ein zentrales Problem der Wirtschafts- und Sozialpolitik Perus. Lediglich 15 Prozent der arbeitenden Bevölkerung kann Vollbeschäftigung vorweisen. Rund 80 Prozent der Erwerbstätigen hat keinen festen Arbeitsplatz; sie sind unterbeschäftigt oder ohne Einkünfte. Schätzungsweise ein Fünftel der PeruanerInnen leben in extremer Armut, mehr als die Hälfte in Armut. Die meisten Armen leben in den Randzonen Limas, die Mehrheit der extrem Armen sind in den ländlichen Gebieten zu finden. Während in den Küstenregionen oder in grösseren Städten lediglich jeder Vierte unter Armut leidet, sind in den ländlichen Regionen drei von fünf Bewohnern davon betroffen.
In Lateinamerika unterliegen Hausangestellte nicht dem allgemeinen Arbeitsrecht. Hausmädchen rangieren am untersten Ende der Lohnskala. Häufig werden ihnen nicht einmal ihre gesetzlich vorgeschriebenen Rechte gewährt. Schätzungsweise 95 Prozent der Hausmädchen besitzen keinen Arbeitsvertrag. terre des hommes schweiz unterstützt das Projekt Casa de Panchita und hilft so, die Mädchen über ihre Rechte aufzuklären und ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

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