
50 Jahre Gewalt
Seit mehr als 50 Jahren herrscht in Kolumbien Krieg. Die Ziele der Konfliktparteien (linksgerichtete Guerilla, rechte Paramilitärs und das staatliche Militär) sind undurchschaubar. Als eine der wesentlichen Ursachen des Konfliktes gilt die soziale Ungleichheit auf dem Land: 90% des Bodens sind in den Händen von nur 5% der Bevölkerung. Diese ungleiche Verteilung von arm und reich war der Anlass für die Gründung der Guerillagruppen. Ein weiteres Problem sind die Interessen internationaler Konzerne, die sich die wertvollen Rohstoffe Kolumbiens zu Nutze machen wollen. Hinzu kommt die Produktion und der Handel mit Kokain: Neben dem Waffen- und Ölgeschäft ist der Drogenhandel der bedeutendste Wirtschaftszweig des Landes.
In Kolumbien schlägt die Gewalt um sich. Durch die über vier Millionen intern vertriebenen KolumbianerInnen lösen sich traditionelle Familienstrukturen und Gesellschaftssysteme auf. Das äußert sich in wachsender Gewaltbereitschaft, auch in Familien. Die Kinder haben genug von den Misshandlungen, gehen auf die Straße und formieren sich in Schutzgruppen. Die Jugendlichen in solchen Banden sind häufig gezeichnet durch traumatische Erfahrungen wie die Ermordung Familienangehöriger oder die gewaltsame Vertreibung.

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