Empowerment von Frauen

Projekt AMUDEM – Milange [Moçambique]


Ökonomische Unabhängigkeit ist einer der Schritte zur gesellschaftlichen Gleichberechtigung.

Die Benachteiligung von Mädchen und Frauen ist in Moçambique Alltag. Obwohl Männer und Frauen laut Gesetz gleichgestellt sind, sieht die Wirklichkeit für viele Frauen oft anders aus: Sie dürfen ohne die Erlaubnis ihrer Ehemänner keine Arbeit annehmen, Mädchen wird der Schulbesuch verweigert und Witwen verlieren ihren Besitz an die Familie des verstorbenen Ehemannes. Frauen in Moçambique müssen sich mit der Rolle zufrieden geben, die ihnen die Männer zuweisen.

Die Diskrepanz zwischen Verfassung und den tatsächlichen Rechten der Frauen – gerade in ländlichen Gebieten – ist gross. Frauen sind vornehmlich für die Feld- und Hausarbeit, sowie für die Kindererziehung verantwortlich. Mitspracherechte haben sie kaum. Das will die Organisation AMUDEM ändern: Sie setzt sich für die Gleichbehandlung, die Stärkung der Rechte von Frauen und die Bekämpfung häuslicher Gewalt ein. Durch Theateraufführungen und Diskussionen wird in Gemeinden ein Bewusstsein für die herrschende Ungleichheit geschaffen. Themen der Aufführungen sind beispielsweise Zwangsehe bei Mädchen oder die Forderung von Frauen für das Recht auf Bildung. Dabei ist es wichtig, mit den Dorfältesten zusammenzuarbeiten, da diese massgeblich an der Meinungsbildung der Dorfgemeinschaft beteiligt sind.

52 % der Moçambiquanerinnen und Moçambiquaner leben in absoluter Armut.

Zudem baut AMUDEM Gleichstellungsgruppen auf, die Frauen und Männern offenstehen. Diese Gruppen bearbeiten Gemeinschaftsfelder, vergeben Kleinstkredite und führen einkommensfördernde Massnahmen durch. Die Arbeit bringt den Frauen ökonomische Unabhängigkeit und Anerkennung. Die Erträge ermöglichen beispielsweise Mädchen den Schulbesuch. Die lokalen Gruppen werden von AMUDEM mit Saatgut und Anstossfinanzierungen zur Produktion von Kunsthandwerk oder Kleinviehzucht unterstützt. terre des hommes schweiz arbeitet seit 2003 mit AMUDEM zusammen leistet dadurch einen Beitrag an der Gleichberechtigung von Frauen.

Milange, Zambezia, Mosambik

Gleichstellung in Moçambique

Moçambique ist ein Staat in Südostafrika. Probleme wie Diskriminierung von Frauen, Missbrauch, häusliche Gewalt und Zwangsarbeit von Kindern sind allgegenwärtig. Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1975 sind Frauen laut Verfassung den Männern gleichgestellt. In der Realität bleibt jedoch der Einfluss der Frauen auf die Politik gering.

2003 wurde ein Familiengesetz verabschiedet, das Frauen die gleichen Rechte wie Männern zuspricht. Damit sind Frauen nach dem Gesetz den Männern in der Ehe gleichgestellt; das Heiratsalter von Mädchen wurde von 14 Jahren auf 18 Jahre heraufgesetzt. Von dieser gesetzlichen Gleichstellung profitieren allerdings hauptsächlich die Frauen in den Städten. Auf dem Land herrschen weiterhin traditionelle Gewohnheitsrechte vor; so sind Frauen beim Erbrecht benachteiligt, ihnen wird der Zugang zu Bildungseinrichtungen verweigert oder erschwert und sie können auf das politische und gesellschaftliche Leben kaum Einfluss ausüben. Mitte 2009 wurde ein Gesetz gegen häusliche Gewalt verabschiedet. Zuvor galt das Verprügeln einer Ehefrau lediglich als Körperverletzung.

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